Erstauftritt für die Packaging Group

Sieben Verpackungsunternehmen gehören zum Investor Genico. Künftig soll diese Packaging Group auch auch als zentraler Ansprechpartner für Kunden fungieren. Safenwil machte den Auftakt.

Gemeinsames Banner für gemeinsamen Auftritt: Livio Marchioni. Fotocredit: Stefan Becker

Die Packaging Group AG Zug gibt es schon einige Jahre – neu war in Safenwil ein erster gemeinsamer Auftritt mit Banner und Broschüre, um die Expertise der Gruppe zu zeigen. Die Group ist Teil der Genico Family Office AG, gegründet 2013 in Zug von Andrea und Andreas Georgiadis. 27 Unternehmenslogos stehen unter «Portfolio» auf der Genico-Website, sie stammen aus den Branchen IT, Lebensmittel, Industrie & Kosmetik – und eben aus Verpackung & Logistik.

Die sieben Unternehmen der Packaging Group waren alle in Safenwil am gemeinsamen Stand dabei: Equisa aus Schaanwald (Konstruktivverpackungen), Frima-Pac aus Burgdorf (Händler), Inpalo aus dem deutschen Klettgau-Erzingen (Packraumsysteme und Maschinenbau), Finser Packaging aus Bioggio (vor allem Früchte-Verpackungen), Carlo Volponi (Etiketten), ebenfalls aus Bioggio, Vogel Kunststoffe aus Dittingen (Kunststoffe) sowie BVS Verpackungs-Systeme aus Urdorf (Maschinenbau) – gemeinsam mit Finser die grösste Einheit der Group, sagt ihr CEO, Livio Marchioni.

Er sei weiterhin an seinem Unternehmen beteiligt, sagt er, ausserdem an der Packaging Group AG Zug, wo er im Verwaltungsrat sitze. Ansonsten seien alle Firmen 100-prozentige Töchter der Group, allerdings mit eigenen Marken, eigenen Geschäftsmodellen und eigenen Geschäftsführungen. Mit dem gemeinsamen Auftritt will Marchioni jetzt Synergien nutzen und klarmachen, wie sich die Sieben ergänzen: «Vereinte Verpackungs-Expertise entlang der gesamten Supply Chain», wirbt die Broschüre.

Und einen zweiten Grund gibt es auch: Die Packaging Group ist offen für weitere Mitglieder. Sie sollten in der Schweiz sitzen, ein gewisses Alter haben (mehr als zehn Jahre), eine gewisse Grösse (mehr als zehn Beschäftigte) und eine gewisse Solidität (mehr als zehn Prozent Ebit-Marge). Genico setzt offensichtlich darauf, dass viele inhabergeführte Unternehmen Nachfolger suchen, und bietet sich an. Marchioni pocht dabei auf die eigene Solidität: «Wir sind nicht Equity. Wenn wir Firmen übernehmen, werden die nicht wieder verkauft, sondern in die Systeme integriert und entwickelt.»

Marchioni zeichnet einen Verbund nach dem Motto «Elf Freunde sollt Ihr sein»: Die Unternehmen blieben eigengeführt mit eigenen Geschäftsleitungen, sie stünden nicht im Wettbewerb zueinander, sondern bearbeiteten gemeinsame Märkte und Kundschaft, wo es passe. Die Zusammenarbeit laufe über Innovations- und Strategie-Workshops und den Verwaltungsrat. Es sei auch nicht geplant, Synergien etwa über die Zentralisierung von Diensten zu heben. «Aber es gibt Möglichkeiten, sich auch operativ zu optimieren.»

Für den 6. November ist die offizielle Eröffnung von «The Packaging Lounge» bei BVS in Urdorf geplant. Die Packaging Group will den gemeinsamen Auftritt weiter verstärken, zum Beispiel über eine gemeinsame Website. Die Kundschaft solle über die Group zu den einzelnen Unternehmen finden, so Marchioni.

Ein Beispiel für ein mögliches nächstes Mitglied der Packaging Group hat er auch: «BVS konzipiert Maschinen und Systeme, Volponi stellt Etiketten her – die Integration von Etiketten-Applikationen wären und sind ein Match für unsere beiden Unternehmen.»

Der Autor: Stefan Becker